Niederbeckweg 6 • 40880 Ratingen • Tel.: +49(0)2102 443-300

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Die Psychotherapie


Die Schwarzbach-Klinik integriert in ihrer psychotherapeutischen Arbeit Verfahren unterschiedlicher Therapieschulen, unter anderem:

  • Verhaltenstherapie
  • Systemische Therapie / Familientherapie
  • Integrative Therapie
  • Psychodrama
  • Psychodynamisch interaktionelle Verfahren

Einzelgespräche
In den Einzelgesprächen wird zunächst eine tragfähige therapeutische Beziehung aufgebaut. In dieser erfährt der Rehabilitand Wertschätzung gegenüber seiner Person und seiner Geschichte. Durch die therapeutischen Interventionen werden die Funktionen der Suchtmittel erarbeitet um ein gemeinsames Verständnis für den süchtigen Konsum zu erlangen. Dieser stellt einen Selbstheilungsversuch von maladaptiven Verhaltensmustern und defizitären Persönlichkeitsstrukturen dar. Die kognitive Abstinenzentscheidung wird klarifiziert und die emotionale Fundierung dieser gefördert. Süchtiges Verhalten wird reflektiert und alternative Handlungsweisen werden herausgearbeitet. Soziale Funktionen werden herausgestellt und gemeinsam mit dem Rehabilitanden trainiert. Die Introspektionsfähigkeit wird bei allen Interventionen gestärkt, um in zukünftigen Situationen ein automatisch süchtiges Verhalten bewusst zu erleben, damit eine alternative Tätigkeit durchgeführt werden kann.
Den Rehabilitanden stark belastende Themen, wie z.B. sexueller Missbrauch, Gewalterfahrungen usw. können der Einzeltherapie vorbehalten bleiben.
Die regelmäßigen wöchentlichen therapeutischen Sitzungen orientieren sich an den jeweiligen aktuellen Themen, den vereinbarten Zielen sowie der prozessualen Behandlungsplanung. Die Grundlage stellen die Ressourcen der Rehabilitanden dar, welche durchgehend im therapeutischen Prozess genutzt und ausgebaut werden.

Gruppentherapie
Die Gruppe bietet einen idealen Erfahrungsraum, in dem unter professioneller Anleitung neue Strategien entwickelt, eingeübt und deren positive Auswirkungen auf die Beziehungen erfahrbar gemacht werden können. Die Gruppentherapie dient hier als Lernfeld zur Konfliktbewältigung. Soziales Handeln, Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit werden unter kontinuierlichem Feedback der Gruppe erlernt und gefördert. Weiteres wesentliches Merkmal ist der Ausbau der Fähigkeit zur Triangulierung, welche in Konsequenz zur Erhöhung der Selbstreflektionsfähigkeit und der Bearbeitung der Beziehungsführung auf Partialobjektniveau führt. Es gilt, die Teilhabe in sozialen Kontexten zu sichern und erfahrbar zu machen, welche Verhaltensmuster zur Stabilisierung von sozialen Beziehungen führen und welches Verhalten Bindungen erschwert. Es wird das Erleben der Selbstwirksamkeit und Wirkfähigkeit gefördert, um diese Erfahrungen in den Alltag transformieren zu können. Die weiteren Behinderungen von Beziehungen werden so abgebaut und die Aktivität in sozialen Kontexten erlebbar gemacht.

Indikative Gruppen
Die indikativen Gruppen werden bei den entsprechenden Indikationen in den Behandlungsplan integriert. Somit werden bedarfsgerecht unterschiedliche Ressourcen, soziale Kontexte, persönliche Erfahrungen und besonderes Verhalten in den Fokus gestellt und im therapeutischen Setting bearbeitet. Besondere Indikationen verlangen besondere Aufmerksamkeit und spezielle therapeutische Leistungen. Um diesem speziellen Bedarf gerecht werden zu können werden folgende Gruppen angeboten:

Arbeitsgedächtnistraining (AGT)
Das AGT ist ein computergestütztes Training zur Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses. Bei Suchtmittelabhängigen ist das impulsive System sehr ausgeprägt, d.h. sie bevorzugen kurzfristige Belohnungen gegenüber den langfristigen. Dieses Programm dient der Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses mit dem Ziel, das impulsive System zu "schwächen" und das reflektive System zu stärken. Das Training führt zur Kontrolle von Impulsen und letztendlich zu Veränderungen im Verhalten.
Nach einer diagnostischen Einheit, bei der die Impulskontrolle gemessen wird, absolvieren die Rehabilitanden in der Regel einmal wöchentlich insgesamt 20 Sitzungen das Trainingsprogramm.

Geschlechtsspezifische Gruppen
Hintergrund der geschlechtsspezifischen Arbeit bildet die Erkenntnis, dass weibliche und männliche Identität neben biologisch-genetischen Unterschieden durch eine erworbene Geschlechtsrollenidentität geprägt ist. Daraus ergibt sich für die Rehabilitanden die Aufgabe, in der Frauen-/Männergruppe ihren individuellen geschlechtsspezifischen Weg in die Sucht zu hinterfragen sowie gemeinsame, geschlechtsspezifische Themen und daraus folgende Problemlösungen zu erarbeiten. Ebenso bieten die geschlechtsspezifischen Gruppen einen geschützten Rahmen, individuelle Anliegen einzubringen.

Frauengruppe
Erfahrungsgemäß sind Frauen in gemischtgeschlechtlichen Einrichtungen gegenüber den Männern in geringerer Zahl vertreten. Daher ist es uns besonders wichtig, für Frauen einen eigenen Raum zu schaffen, in dem Annäherung, Begegnung und Auseinandersetzung nur von Frau zu Frau möglich ist.


Themenbereiche der Frauengruppe:

  • individuelle, geschlechtsspezifische Sozialisation
  • Konkurrenzängste
  • Beziehung-/Partnerschaftsproblematik/Sexualität
  • Mutterrolle
  • Gewalterfahrungen
  • Missbrauchserfahrungen
  • zukunftsbezogenes Rollenverständnis als Frau in Bezug auf Arbeit und Freizeit

Männergruppe
Männer haben einen spezifischen Zugang zur Sucht, ihre Motivationen zum Sucht-mittelkonsum unterscheiden sich in der Regel wesentlich von denen weiblicher Kon-sumentinnen. Die Suchtmittel werden in ihren Funktionen zu vielfältigen, unbewusst als spezifisch männlich wahrgenommenen, Attributen genutzt. Diese Funktionen gilt es zu benennen und zu klarifizieren, damit sie bewusst und somit veränderbar werden können.
Eine solche Arbeit fällt Männern kulturimmanent im Beisein von Frauen wesentlich schwerer als in einer geschlechtshomogenen Gruppe. Die Beschreibung der erlebten und neu zu konstruierenden männlichen Identität wird im Wesentlichen über die folgenden Themen therapeutisch unterstützt:

  • bisher erlebte männliche identitätsstiftende Attribute
  • Sucht und Männlichkeit
  • Vaterbeziehungen, männliche Vorbilder
  • Männerfreundschaften
  • Partnerschaften und Mutterbeziehungen
  • Mann und Gesundheit / Selbstfürsorge
  • Mann und Arbeit / Freizeit / Leistungsbereitschaft
  • Sexualität
  • Gewalt als erlebtes und aktuelles Lösungsmodell
  • Vaterschaft

Elterngruppe
In der Beziehung von suchtmittelabhängigen Eltern zu ihren Kindern finden sich in der Regel außergewöhnliche Belastungen wieder. Diese bestehen zumeist in den Fragen von Erziehung bei fehlenden eigenen Vorbildern, in massiven Kontaktschwierigkeiten zum Kind oder aber in der Kontaktlosigkeit, die als enorm belastend erlebt wird sowie in einem starken Schuldgefühl gegenüber dem eigenen Kind aufgrund der Suchtmittelerkrankung. Suchtmittelabhängige Elter erleben sich in ihrer Elternrolle oftmals als gesteigert hilf- und orientierungslos.
Zugleich sind suchtmittelabhängige Eltern selbstverständlich am bestmöglichen Wohl der eigenen Kinder interessiert und verfügen häufig über eine hohe Motivation, die gewünschte Rolle einnehmen zu können. Zugleich ist es ihnen sehr wertvoll eigene negative Erfahrungen mit den Eltern nicht zu wiederholen. Auch gelingt es ihnen sich in der Elternrolle als wertvoll für eine andere Person zu erleben. Dies befähigt Menschen zu einer gesteigerten Wirkfähigkeit.
In der Indikativgruppe „Eltern“ werden konkrete Situationen aus der Erfahrung im Umgang mit den eigenen Kindern genutzt, um zu lernen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln oder um gelingendes Handeln mit Kindern und Partner zu unterstützen. Die Bedingungen der Elternrolle werden kritisch klarifiziert und Möglichkeiten erarbeitet, die gewünschte Rolle wirkfähiger einnehmen zu können. Die erlebte Schuld gegenüber den Kindern wird hinterfragt, um Handlungsfähigkeit erst wieder möglich zu machen.
Das Ziel ist es den Eltern zu einem realistischen und wirkfähigen Selbstbild sowie zu einer klaren Position den Kindern gegenüber zu verhelfen, welche ihnen im konkreten Umgang mit den Kindern zu einer fördernden und annehmenden Beziehung verhelfen.

EFT Emotional Freedom Techniques
EFT ist eine Selbsthilfe- Methode zur Auflösung von negativen Gefühlen wie z.B. Ärger, Wut, Ängsten sowie Craving und Unruhezuständen, etc..
Das Klopfen bestimmter Energiepunkte bei zeitgleicher Auseinandersetzung mit un-liebsamen Gefühlen schenkt rasche Erleichterung bis hin zur endgültigen Auflösung belastender Emotionen.
EFT ist überall dort einsetzbar, wo negative Emotionen uns hindern, unser Leben frei und selbstbestimmt zu gestalten.

Spielsucht
Obwohl davon auszugehen ist, dass die Dynamiken einer Spielsucht vergleichbar mit denen einer stoffgebundenen Abhängigkeit sind, ist ihr Erscheinungsbild, also ihre konkrete symptomatische Ausprägung, sehr spezifisch. Diese spezifischen Aspekte, aber auch die Erkennung von Parallelen zur Drogensucht, werden in den Gruppensitzungen mit den Rehabilitanden thematisiert und unter therapeutischer Anleitung im Hinblick auf Suchtentstehung, auf Hintergrundproblematiken (Auswirkungen der Spielsucht auf Familie, Partnerschaft, Schule, Ausbildung und Beruf etc.) und lösungsorientierte Bewältigungsstrategien reflektiert. Wichtig dabei ist die Motivation, ein spielfreies Leben aufzubauen und eine kritische Auseinandersetzung mit der Thematik zu erreichen, so dass der Rehabilitand in der Lage ist, die Konsequenzen sowohl der Fortsetzung wie auch der Einstellung des Spielens zu erkennen und vorhersehen zu können.

„Sicherheit finden“
Auch wenn sich Traumatisierungen und eine PTBS nicht immer eindeutig diagnostizieren lassen, sind in der Biografie vieler abhängiger Patienten häufig traumatische Erlebnisse präsent.
Süchtiges Verhalten kann eine "Überlebensstrategie" sein, um die Folgen dieser Erlebnisse auszuhalten. Belastende Symptome können es den Rehabilitanden zusätzlich erschweren, Kontrolle über die eigene Sucht zu gewinnen.
Dazu zählen: Starke Stimmungsschwankungen, Angst- und Anspannungsgefühle, Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich, Probleme, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und"gut" für sich zu sorgen.
Das Therapiekonzept „Sicherheit finden“ wurde als ein spezielles Angebot für Menschen mit Suchtproblemen und Traumaerfahrungen entwickelt. Im Rahmen der Indikationsgruppe werden Strategien vermittelt und gemeinsam mit den Rehabilitanden erarbeitet, mit belastenden Symptomen "besser" umzugehen und können dabei helfen, in vielen Lebensbereichen, in denen es durch Sucht- und Traumafolgen zu schweren Belastungen gekommen ist, Kontrolle und Sicherheit zu erlangen.

Ernährung
Auf Grund der Suchtproblematik haben sich große Teile der Rehabilitanden in ihrer Zeit der Abhängigkeit ungesund ernährt. Mitunter waren die Mahlzeiten sehr unausgewogen.
Des Weiteren ist zu beobachten, dass das Körpergewicht nach einer qualifizierten Entzugsbehandlung bei Vielen ansteigt. Hierdurch fühlen sie sich unwohl, ein Erkennen von Zusammenhängen fällt jedoch schwer. Im Rahmen dieser Indikativgruppe soll das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung geschärft und die dementsprechenden Grundlagen vermittelt werden.

Rückfallprophylaxe
In der Indikativgruppe Rückfallprophylaxe werden Theorien, Modelle und For-schungsergebnisse zum Rückfallgeschehen vorgestellt und klientengerecht vermittelt. Darüber hinaus werden individuelle Aspekte wie das persönliche Risikoprofil, Bewältigungsstrategien und Ressourcen gemeinsam erarbeitet, um die Klienten auf drohende bzw. eintretende Rückfälle vorzubereiten. Neben der Wissensvermittlung und der Erarbeitung einer verbesserten Selbsteinschätzung zielt das Training auf eine realistische Selbstwirksamkeitserwartung, eine Steigerung der Fähigkeit zu Antizipation, eine Reduzierung des Abstinenzverletzungseffekts sowie auf die Einübung von Bewältigungsstrategien.

Bewerbungstraining
Vor allem in der Ausgangsphase der Behandlung bemühen sich die Rehabilitanden um die Rückkehr ins Erwerbsleben. Das Bewerbungstraining unterstützt sie durch die Erstellung von geeigneten Bewerbungsunterlagen, Hilfe bei der konkreten Bewerbung um einen Arbeitsplatz oder das Training eines angemessenes Auftretens und Verhaltens in Bewerbungsgesprächen. Die Rehabilitanden verfügen nach absolviertem Bewerbungstraining über die theoretischen und praktischen Kenntnisse zur Erstellung individueller Unterlagen.

Lehrküche
Die Indikativgruppe soll im praktischen Training auf den bevorstehenden Alltag vorbereiten. Von der Erstellung eines Speiseplans unter der Voraussetzung eines geringen Budget, über die Einkaufsplanung und Durchführung bis zum selbständigen Kochen am Herd, werden alle Bereiche trainiert. Einfache, schmackhafte, gesunde und alltagstaugliche Rezepte werden in der Lehrküche ausprobiert und in ihren Variationsmöglichkeiten vorgestellt.

Soziales Kompetenztraining
Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit sind heute mitunter ausschlaggebend für berufliche und private Erfolge. Weitere wichtige Voraussetzungen sind soziale und kommunikative Fähigkeiten und das Vermögen, für sich akzeptable Kompromisse zwischen den eigenen Bedürfnissen und sozialer Anpassung zu finden und zu verwirklichen.
Hier setzt das Gruppentraining an: es sensibilisiert für den Zusammenhang von Wahrnehmung, Interpretation einer Situation und den daraus resultierenden Gefühlen und Verhaltensweisen und vermittelt entsprechende Bewältigungstechniken.